Jede Minute zählt

Gebäudebrände und Funktionserhalt

Tatsache ist: Brandkatastrophen und Gebäudebrände wird es auch in Zukunft geben. Zumal Feuer auch eine Folge anderer Unglücke im Personenverkehr, bei Transporten, in der Produktion oder leider auch von Attentaten ist. Was wir jedoch reduzieren können sind Zahl, Ausmaß und Folgen der Feuer.

 

Grundlegend dafür ist, dass Brandschutzsysteme bei einem Feuer im Gebäude so lange wie möglich funktionieren. Dies gilt für den passiven Brandschutz, der das Ausbreiten von Feuer und Rauch durch Öffnungen und Durchführungen unterbindet ebenso wie für Warn-, Flucht- und Löschsysteme: Der Funktionserhalt gehört deshalb seit rund 100 Jahren zu den Grundpfeilern intelligenter Lebensrettungsmaßnahmen in Gebäuden.

Durch den Funktionserhalt gewährleisten Gesetzgeber und die ausführenden Gewerke, dass Brandmeldeanlagen, Evakuierungsinstallationen, Rettungsaufzüge, Pumpen von Sprinkleranlagen, Notbeleuchtungen und Rauchabzugsanlagen im Brandfall ihre Funktion mindestens für die festgelegte Zeitspanne behalten. Gewährleisten lässt sich das bei der Montage nur durch besondere Leitungen und den Einsatz spezieller Verlegesysteme.


Kostbare Zeit, um Leben zu retten

Folgende Anlagen müssen mindestens 30 Minuten lang funktionieren, damit Menschen so schnell wie möglich das Gebäude verlassen können:

  • Brandmeldeanlagen und Geräte zur Alarmierung und zum Erteilen von Anweisungen zur Evakuierung
  • Sicherheitsbeleuchtung
  • Personenaufzüge mit Brandfallsteuerung
  • Maschinelle sowie natürliche Rauchabzugsanlagen mit thermischem Antrieb

Folgende Anlagen müssen mindestens 90 Minuten lang funktionieren, um Rauch und Feuer bestmöglich zu bekämpfen:

  • Wasserdruckerhöhungsanlagen und Pumpen von Sprinkleranlagen
  • Maschinelle Rauchabzugsanlagen
  • Feuerwehraufzüge und notwendige Bettenaufzüge in Krankenhäusern

 

DIESE WELTNEUHEIT RETTET LEBEN

Axel Rödiger, Product Manager Direct Fastening, Central Europe bei Hilti

Hallo Herr Rödiger, Sie sind Experte für Direktmontage. Wie hoch stufen Sie die Relevanz des Funktionserhalts in Gebäuden ein?

„Der Funktionserhalt rettet Menschenleben. Denn er kann entscheidend dazu beitragen, dass sich im Fall des Falles Menschen aus den Gebäuden ins Freie flüchten können. Unabhängig von dieser übergeordneten Aufgabe geht es beim Funktionserhalt aber auch darum, den Verlust von Sachwerten zu verringern und unter Umständen einem weiteren wirtschaftlichen Schaden durch Geschäftsausfall vorzubeugen. Es ist deshalb nur konsequent, dass in Deutschland Normen wie vor allem die DIN 4102-12 für öffentliche Gebäude entwickelt wurden und andere europäische Länder vergleichbare Vorschriften erlassen haben. Dass in Europa nur noch wenige Menschen durch ein Feuer in öffentlichen Gebäuden zu Schaden kommen, ist der beste Beleg für die Bedeutung derartiger Regularien.“

Wo liegt das Hauptaugenmerk dieser Normen und Regularien?

„Die Norm [DIN 4102-12] unterstreicht insbesondere die Wichtigkeit der Spezialkabel und deren Befestigung. Sie sind es, die im Brandfall die Versorgung aller nötigen Anlagen gewährleisten. Deshalb sind die Bestimmungen und Tests für eine Zertifizierung auch besonders anspruchsvoll.“

Warum sind die Art der Befestigung und die Qualität von Befestigungssystemen essentiell für den Funktionserhalt?

„In der Regel müssen die unter Umständen lebensrettenden Kabel direkt und an oberster Stelle unter der Decke verlegt werden. Das verhindert, dass sie beispielsweise durch herabfallende Gegenstände beschädigt werden. Die Befestigung als oberste Installation aber kann vor allem dann ein Problem werden, wenn die Kabel zusätzlich zu weiteren Rohren und Leitungen und zudem gelegentlich auch erst nachträglich angebracht werden müssen. Um sie trotzdem intelligent und sicher zu befestigen, müssen spezielle Befestigungssysteme eingesetzt werden, die absolut zuverlässig an der Decke montiert werden.“

Die Halterungen unterliegen strengen Prüfungen.

„Jedes Produkt, das die Tests zum Funktionserhalt erfolgreich bestanden hat, ist für den Einsatz tauglich. Das gilt unabhängig vom Hersteller. Hilti Befestigungssysteme werden aber zusätzlich weiteren Prüfungen unterzogen. Um für unsere Kunden ein breiteres Kabelportfolio abzudecken, testen wir beispielsweise mit den Produkten von fünf verschiedenen Kabelherstellern. Zudem prüfen wir mit einem festen Abstand von 600 mm – unabhängig vom Kabel. Elektriker müssen die Setzabstände also nicht mehr je nach Kabelhersteller variieren, sondern können immer mit denselben Abständen arbeiten.“

Der vermutlich ausschlaggebende Unterschied aber liegt in der Art der Befestigung …

„… Mit den neuen Hilti Metallhaltern X-ECH-FE 30 MX, X-ECH-FE 15 MX, X-EKB-FE 15 MX und X-EKB-FE 8 MX können wir ab sofort als erstes und einziges Unternehmen ein System anbieten, mit dem Elektriker und Monteure eine komfortable, effiziente und zeitsparende Befestigungs-Alternative haben.

In Verbindung mit unserem neuartigen Befestigungsgerät BX 3 können diese Halterungen genagelt werden. Die gesetzte Halterung erfüllt weiterhin alle Anforderungen an den Funktionserhalt. Aber die Zeitersparnis ist enorm. Während das normale Setzen einer Halterung mit Bohren und Dübeln etwa eine Minute dauert, sind es mit dem neuen System aus Hilti Metallhalterung und BX 3 etwa fünf Sekunden. Außerdem ersparen Sie sich Rücken- und Muskelprobleme durch ermüdendes Überkopfarbeiten.“