Wirtschaftlichkeit

Mit BX 3-ME zu mehr Effizienz beim Funktionserhalt

Dem hohen Anspruch an die Sicherheit zu genügen ist für Bauunternehmen und Elektriker aber nur ein Aspekt, der bei den Planungen zur Verlegung der Leitungssysteme berücksichtigt wird. Für Profis am Bau ist eine weitere Überlegung mitentscheidend: Der Einsatz effektiver und damit zeitsparender Lösungen, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Gerade enervierende Aufgaben wie das Setzen von Halterungen über Hunderte von Metern ließ sich bislang aber nicht automatisieren. Die „klassische“ Methode „Anzeichnen-Bohren-Säubern-Dübeln-Halterung fixieren-Schrauben“ war die einzig mögliche (und erlaubte!) für Arbeiten zum Funktionserhalt. Mit dem neuen System aus Hilti Halterung und dem Befestigungsgerät BX 3-ME ändert sich das.

BX 3-ME

Das BX 3-ME Setzgerät ist auf hohe Setzqualität und Anwenderkomfort ausgerichtet.

Die Vorteile im Überblick:

  • Deutliche Zeitersparnis
  • Bis zu 600 Befestigungen mit nur einer Akkuladung
  • Kostenersparnis
  • kein eigener Wartungsaufwand
  • keine Vibrationen
  • kein Staub
  • wenig Lärm
  • wenig Rückstoß

Das System eröffnet Monteuren erstmals die Möglichkeit, Halterungen zum Funktionserhalt in Betonuntergründen zu setzen – und das in einem deutlich höheren Tempo als bislang. Und: Im Unterschied zu Vorgängerversionen mit Gasantrieb wird das BX 3-ME ausschließlich mit der Kraft des Akkus betrieben. Ein Nagel wird dabei mit über einer Tonne Eintreibkraft in den Untergrund getrieben. Durch Klemmung, lokales Verschweißen und Verlöten sowie lokale Formschlüsse hält er problemlos alle für den Funktionserhalt nötigen Gewichte. Das BX 3 übernimmt also Kraft und Sicherheit der pulverkraft- beziehungsweise gasbetriebenen Vorgängermodelle und verbindet sie mit den Vorteilen akkubetriebener Hilti Geräte. Durch den Wegfall von Pulver- oder Gaskartuschen sinken zudem die Kosten. Denn jetzt übernimmt der Akku die Funktion des Treibmittels und kann einfach über die Hilti 22 Volt Akku-Plattform wieder aufgeladen werden. Es entsteht kein Abfall.

Direktmontage: Die „DNA“ der Hilti Gruppe

Bereits kurz nach Unternehmensgründung haben die Brüder Eugen und Martin Hilti in Liechtenstein 1953 das erste Hilti Direktmontagegerät auf den Markt gebracht. Auch danach setzte Hilti als einziges Unternehmen weltweit Meilenstein um Meilenstein:

1956: Das erste Gerät mit Kolben (DX 100)

1969: Das erste Gerät mit Kartuschenmagazin (DX 350)

1986: Das erste Gerät mit Nagelmagazin (DX 36 M)

1994: Das erste vollautomatische Gerät (DX A40)

2003: Das erste Gasgerät (GX 100)

2007: Das erste Gasgerät ohne Batterie mit elektronischer Einspritzung (GX 120)

2015: Das erste akkubetriebene Gerät (BX 3 – mit europaweiter
Zulassung zum Einsatz für den Funktionserhalt)

Technologischer Durchbruch für den Funktionserhalt

Entscheidend für den Funktionserhalt ist die Zertifizierung des BX 3 für das Setzen von Hilti Halterungen. Erstmals – und das nach über zehn Jahre dauernden Forschungsarbeiten bei Hilti – haben Monteure damit ein Gerät in der Hand, mit dem sie europaweit Kabel und Leitungen befestigen können, die das weitere Funktionieren lebensrettender Anlagen im Brandfall gewährleisten.

Mehr auf der Hilti Website

Mit Rennsportfedern auf 1000-fache Erdbeschleunigung

Im Interview: Günter Rohrmoser, Projektleiter für die Entwicklung der BX 3 Familie

Hallo Herr Rohrmoser, gemeinsam mit Ihrem Team haben Sie die Technik für das Befestigungsgerät BX 3-ME entwickelt.

„Das war ein ziemliches Abenteuer. Manchmal dachte ich, es wäre unkomplizierter, die Unternehmensverantwortlichen davon zu überzeugen, dass bei der Entwicklung eines akkubetriebenen, hochleistungsfähigen, leichten und benutzungsfreundlichen Befestigungsgeräts selbst Hilti wegen der physikalischen Gesetzmäßigkeiten an seine Grenzen stößt. Wenn man – wie wir es vorhatten – eine Weltneuheit produzieren will, gibt es keine Referenzpunkte, an denen man sich orientieren kann.“

Was waren die Haupt-Herausforderungen?

„Das BX 3 arbeitet mit rund 1.000 g, also der tausendfachen Erdbeschleunigung, und muss diese Kraft auch sicher beherrschen…“

… bereits bei sechs g werden Menschen ohnmächtig…

„Die Nägel, die wir mit rund einer Tonne Kraft in den Beton eintreiben, sind natürlich nicht mit Lebewesen vergleichbar. Aber die Kräfte sind schon enorm. Trotzdem gibt es kaum Rückstoß.“

Aus dieser Wucht ergeben sich Konsequenzen für die Konstruktion.

„Eine dieser Konsequenzen war beispielsweise, dass wir keinen der Standard-Motoren verwenden konnten. Wir haben stattdessen einen speziellen Motor entwickelt, der diesen Belastungen zuverlässig standhält. Ähnliches gilt für die elektronischen Komponenten.“

Vermutlich war zunächst auch das Gewicht ein Problem?

„Wir müssen absolute Stabilität und Qualität gewährleisten und trotzdem mit möglichst leichten Komponenten arbeiten. Deshalb nutzen wir beispielsweise getunte Rennsportfedern. Der Motor spannt über ein spezielles Hochleistungsband zwei dieser Federn, die ihre Energie beim Setzen eines Nagels schlagartig wieder freigeben.“

Das BX 3 wurde unter Extrembedingungen getestet?

„… wie jedes unserer Hilti Geräte. In diesem Fall haben wir mehrere Millionen Nägel probeweise in Betonmauern eingetrieben. Dafür waren spezielle, rund dreieinhalb Quadratmeter große Wände vorbereitet. Rund 1.000 dieser Wände haben wir bei diesen Tests verbraucht. Hinzu kommen die obligatorischen Falltests oder auch eher kuriose Belastungstests, bei denen wir das BX 3 in einen Betonmischer legen und ihn einschalten. Das können Sie auch in einem unserer Produktvideos sehen.“

Warum haben Sie das BX 3 erst vollständig ausentwickelt? Bei anderen Produkten beispielsweise Fahrzeugen oder in der Elektronik ist es üblich, Produkte auf den Markt zu bringen, die von Generation zu Generation ausreifen.

„Besser werden wir mit Sicherheit auch weiterhin. Wir nutzen unsere Erfahrungen, um am BX 3 und künftig auch möglichen Nachfolgern zu arbeiten. Entwicklungen betrachten wir deshalb nie als abgeschlossen. Aber wir wollen kein Elektroauto, das letztlich nicht in der Lage ist, einen Verbrenner zu ersetzen, sondern wegen der geringen Reichweite im Moment nur eine teure Ergänzung für den Fuhrpark sein dürfte. Wir wollen unseren Kunden ein Gerät zur Verfügung stellen, das sie von Anfang an komplett überzeugt. Mittlerweile weiß ich anhand einer Vielzahl von Rückmeldungen, dass uns das voll und ganz gelungen ist.“